Niederraunau macht es gegen den FC Bayern unnötig spannend

Im Heimspiel gegen den FC Bayern München siegt der TSV Niederraunau vor toller Kulisse mit 33:31. 

 

Der große FC Bayern München gastierte am Wochenende im Krumbacher Schulzentrum. Was im Fußball eine kleine Sensation wäre, ist im Handball zwar ebenfalls ein tolles Ereignis, doch die Münchener Handballer können bisher keine vergleichbaren Erfolge vorweisen. Als Aufsteiger versucht man sich aktuell in der Landesliga zu etablieren. Das dies nicht einfach ist, zeigt der Tabellenstand: Trotz guter Leistungen steht der FC Bayern auf dem letzten Platz. Immerhin konnte am letzten Spieltag der erste Sieg eingefahren werden. Die Rauauer Jungs waren deshalb gewarnt, traten allerdings nach Siegen gegen Haunstetten und Schwabmünchen mit breiter Brust an. 

 

Dieses Selbstvertrauen merkte man den Spielern auch sofort an. Björn Egger erzielte entschlossen den ersten Treffer für die Niederraunauer aus dem Rückraum und legte direkt per Konter nach. Die folgende 2:1 Führung hatte allerdings nur kurz Bestand. Die wuchtigen Münchner schafften es geduldig gute Chancen über Kreis- und Außenspieler herauszuspielen und gingen folglich mit 4:2 in Führung. Die Niederraunauer Abwehr um Torhüter Maxi Klaußer stellte sich besser auf den Gegner ein und im Angriff übernahm nun der formstarke Top-Torschütze Moritz Kornegger. Mit fantastischen Würfen und tollem Zug zum Tor überrollte er im Alleingang die überforderte Gäste-Abwehr. Seine sechs Tore in Folge sorgten für eine 8:7 Führung. Nach gut herausgespielten Treffern und Ballgewinnen in der Abwehr folgte ein Highlight für die zahlreich anwesenden Zuschauer: Das Debüt von Jugendspieler Niklas Lindner. In seinem ersten Landesligaspiel erzielte er direkt den Treffer zum 15:11 und es sollten noch weitere Tore folgen. Der zwischenzeitliche Vier-Tore-Vorsprung konnte allerdings nicht in die Pause gerettet werden, denn trotz weiterer Tore von Kornegger wechselten die Teams mit 17:15 für Niederraunau die Seiten. 

 

Die zweite Halbzeit begann dann direkt mit einer Manndeckung gegen den besten Niederraunauer Angreifer Moritz Kornegger. Diese taktische Maßnahme nimmt einen Spieler komplett aus der Partie, öffnet allerdings auch Räume für die anderen Angreifer. Dieser Platz wurde nun hervorragend von Niklas Lindner genutzt. Er vertrat den angeschlagenen Spielmacher Oliver Blösch und erzielte mit Mut und starken Aktionen insgesamt sieben Tore. Ein sehr starker Einstand der Lust auf mehr macht. Neben Lindner konnten auch Vinzent Hegenbart und Björn Egger wichtige Treffer beisteuern, denn trotz offensichtlicher Überlegenheit blieb das Spiel spannend. Mehrmalig konnte ein Vorsprung nicht verwaltet werden und die unermüdlich kämpfenden Münchener schafften 30 Sekunden vor Ende gar den 32:31 Anschluss, doch Vinzent Hegenbart blieb cool und netzte zum 33:31 Endstand ein. 

 

Nach dem dritten Sieg in Folge klopft der TSV Niederraunau an den Spitzenplätzen der Landesliga an. Dies darf absolut als Bestätigung für die starken Leistungen der letzten Wochen verstanden werden. Doch der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur zwei Punkte. Die Leistungsdichte der Landesliga ist in dieser Saison sehr nahe beieinander und es zählt daher weiter jeder Punkt. 

 

Maxi Klauer, Jakov Sumic (beide Tor); Niklas Lindner (7), Moritz Hegenbart (1), Adrian Thalhofer, Moritz Kornegger (13/1), Björn Egger (5/1), Fabio Mutzel (1), Jakob Eheim, Timo Egger (1), Michael Klaußer, Oliver Blösch (1), Vincent Hegenbart (4)

 

(von Michael Thalhofer)