Skandalöse Umstände in Dietmannsried, Raunau spielt über 60 Minuten gegen eine Überzahl an Gegnern und gewinnt doch mit 32:34

Zu einem Skandalspiel artete der Auftritt der Raunauer in Dietmannsried aus. Die Begegnung der Handball Landesliga Süd wurde aber in keiner Weise von den Gästen und schon gar nicht von den Gastgebern in diese Rolle gezwungen. Eine nie vorher erlebte Schiedsrichterleistung brachte das Fass beinahe zum Überkochen. Die Raunauer, nach drei unberechtigten Roten Karten erheblich geschwächt, ließen sich aber nicht von ihrer Linie abbringen und erreichten einen nicht erwarteten 32:34 Auswärtssieg.

Wieder einmal stellte sich die Frage, ob Doppeleinsätze in der Landesliga nicht auch für Schiedsrichter eine Überforderung darstellen. Schon im Vorspiel der Damen Landesliga bei einem umkämpften Unentschieden waren die Schiedsrichter aufgefallen. Das Männerspiel entglitt ihnen dann vollends. Benachteiligt fühlten sich dabei vor allem die Raunauer, obwohl auch die Gastgeber wenig von einzelnen Entscheidungen hielten, was sich dann auch in einer Zwei- plus Zweiminutenstrafe äußerte.

Der erste Angriff dauerte noch sehr lange, bis beide Teams auf Betriebstemperatur zu sein schienen. Die Blauen aus Mittelschwaben gingen im Allgäu dann doch mit 0:1 in Führung. Andreas von Kries, der seine bisher beste Leistung im Raunau-Trikot ablieferte, zog unhaltbar ab. Das Raunauer Angriffsspiel funktionierte danach, obwohl Coach Udo Mesch erneut zu Umstellungen gezwungen war. Mathias Waldmann ging wieder auf seine angestammte Position auf Linksaußen, da Oliver Kiebler beruflich verhindert war. In der Mitte spielte Michael Thalhofer eine gute Partie als Regisseur und brachte immer wieder von Kries in Wurfpositionen, die von diesem dann gnadenlos genutzt wurden. Schwierigkeiten hatte dagegen die offensive Abwehrformation. Vor allem dem pfeilschnellen Sebastian Lasitza gelang es immer wieder in die Nahwurfzone einzudringen und den Raunauer Keepern keine Abwehrchance zu lassen. Bis zum 3:5 in der zehnten Minute blieb Raunau vorne, doch dann begann die Zeitstrafenorgie. Eine doppelte Unterzahl stellte die erste Herausforderung dar. Aber Mathias Waldmann und von Kries trafen trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit. Jetzt fielen die Tore in schneller Folge. Die Allgäuer glänzten mit ihrem Tempospiel, die Raunauer mit ihren Sprungwurftoren. Ein sensationeller Schlagwurf von Ferit Celik fand zum 12:14 sein Ziel. Beim 15:16 Halbzeitstand war aber alles offen.

Kurz nach der Pause hatte dann Florian Gaedt seine dritte Zeitstrafe eingesammelt. Die Gastgeber nutzten das Entsetzen der Raunauer mit dem 20:19 zu ihrer einzigen Führung während des gesamten Spiels. Doch Waldmann und Thalhofer antworteten postwendend. Raunau war wieder mit 22:25 vorn. Dann der nächste Aufreger. Michael Thalhofer erhielt eine blau-rote Karte, da er nach einer Abwehraktion am Boden liegend, den Dietmannsrieder am Kopf getroffen haben soll. Nach dem Spiel gab dieser fair zu Protokoll, dass dies nicht so war. Die Unparteiischen blieben aber bei ihrer undurchsichtigen Linie. Zwei Minuten später wurde ein erfolgreicher Torwurf von Celik zurückgepfiffen und sogar mit der dritten Zweiminutenstrafe belohnt, da er den heraustretenden Abwehrspieler beim Schlagwurf getroffen hatte. Jetzt hatte Mesch nur noch A-Jugendliche auf der Bank und diese machten ihre Sache hervorragend. Florian Rothermel traf zwei Mal nach Spielbericht, gefühlt waren es drei Mal, kaltschnäuzig von Linksaußen. Unverständlicher Weise hatte die Gastgeber bereits acht Minuten vor Spielende beim Stand von 24:28 ihre Abwehrformation auf eine extrem offensive Ausrichtung verändert, obwohl die Raunauer nur noch von Kries als Rückraumspieler hatten. Die Räume wurden dann von den jungen Gästen genutzt. Marcel Gutmann erzielte beim 29:32 mit seinem ersten Landesligator einen enorm wichtigen Treffer. Unter dem ekstatischen Jubel der aufgebrachten Raunauer Fans erzielte dann von Kries die abschließenden beiden Tore zum Auswärtssieg.

 

Torschützen: Andreas von Kries 11, Mathias Waldmann 6, Michael Thalhofer 5, Lukas Konkel 4/3, Ferit Celik 2, Florian Gaedt 2, Florian Rothermel 2, Marcel Gutmann 1, Boris Matzner 1.

 

 

 

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