Ringen in Immenstadt erfolgreich -- Oliver Kiebler wird zum Matchwinner

Muss man in Niederraunau langsam froh sein, wenn man ein Auswärtsspiel bestreiten darf? Zumindest könnte die Punkteausbeute in fremden Hallen ein Indiz dafür sein. Die Punkte neun und zehn wurden am Sonntagabend in Immenstadt eingefahren. Der 24:30 Auswärtssieg entstand zwar nicht aus einer berauschenden Leistung heraus, doch wurde die Begegnung souverän geführt und der Sieg geriet nie ernsthaft in Gefahr.

Bleibt also das Problem der Heimspiele. Dort gab es bisher nur zwei Siege und ein Unentschieden und mit 15:21 befinden sich die Raunauer Jungs nach wie vor im stark gefährdeten Bereich der Liga. Gerade mal vier Pluspunkte Unterschied zum vorletzten Platz und zum ersten Abstiegsplatz sind es nur zwei Punkte, die die Spannung in dieser heiß umkämpften Saison hochhalten. In nahezu derselben Situation befindet sich der TV Immenstadt und das war den "Städtlern" auch anzumerken. Nach über drei Minuten stand es immer noch 0:0. Der TVI hatte bereits mehrere Großchancen sinnlos verpulvert und die Gäste aus Raunau waren noch gar nicht im Spiel. Endlich tankte sich Mathias Waldmann, den Coach Udo Mesch wieder einmal auf die Mitteposition beordert hatte, durch und erzwang den Siebenmeterwurf durch Lukas Konkel. Diese Aufstellung sollte sich auch im weiteren Spielverlauf als richtig herausstellen. Die Raunauer Jungs hatten aufgrund der geringeren Körpergröße einfach kaum Chancen, den mächtigen TVI-Block im zweiten Stockwerk zu überwinden. Also musste man durch die Abwehr und dabei glänzten Arbeitstier Michael Thalhofer und Waldmann. Letzterer "zog" auch drei Zeitstrafen gegen den Regisseur der Immenstädter Christian Savloschi, der damit die letzte Viertelstunde nur noch zuschauen durfte. Das erleichterte natürlich den Raunauer Triumph, für den zu diesem Zeitpunkt mit 18:23 die Grundlage gelegt war.

Nach einem zähen Ringen in der ersten Viertelstunde, in dem die Raunauer im Angriffsspiel lange Zeit regelrecht gehemmt wirkten, besserte sich Einstellung zum Gegner und Effizienz zusehends. Nach Toren von Florian Gaedt, Waldmann und Konkel war beim 4:7 erstmal ein reeller Vorsprung erzwungen. Die Allgäuer kamen zwar nochmals bis zum 8:9 auf, hatten dann aber sogar Glück, dass es beim 11:14 Halbzeitstand blieb. Die zweite Hälfte hatte dann einen ganz klaren Matchwinner und der spielte mit Oliver Kiebler auf Linksaußen. Die Seite, in letzter Zeit oftmals vernachlässigt, wurde von der spielenden Rückraumachse Björn Egger, Waldmann und Thalhofer immer wieder gekonnt in Szene gesetzt. Einstudierte Überzahl-Spielzüge, Anspiele unter Bedrängnis, plötzlich lief alles über Links. Mit Oliver Kiebler war dort auch ein überragender Abnehmer postiert. Seine regelrecht ins Tor gezwirbelten Würfe, immer wieder mal abgewechselt von einem strammen Wurf fanden nahezu alle ihr Ziel. Neun Feldtore dürfte Kiebler in seiner inzwischen mehrjährigen Zugehörigkeit zur ersten Mannschaft noch nie erzielt haben. Immer wenn Immenstadt mit verdeckten Rückraumwürfen, bei denen die Raunauer Abwehr durchaus nicht gut aussah, etwas aufkam, erzielte er einen weiteren Treffer. So zum 15:20, zum 15:21, zum 21:26 und zum 21:27. Die abschließenden zwei Tore von ihm, die das Ergebnis dann sogar noch richtig deutlich ausfallen ließen, seien da gar nicht mehr erwähnt.

 

Torschützen: Oliver Kiebler 9, Lukas Konkel 6/3, Mathias Waldmann 5, Michael Thalhofer 3, Lasse Sadlo 2, Andreas von Kries 2, Florian Gaedt 1, Boris Matzner 1, Björn Egger 1.

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