Handball-Krimi zum Auftakt in Oberliga Saison

Niederraunau kurz vor der Sensation in Friedberg

Am Sonntag, den 20.09.2026, um 16:30 Uhr startete endlich die Oberligasaison für den TSV Niederraunau. Das erste Spiel gegen den Titelaspiranten wollte Cheftrainer Ferit Celik direkt nutzen, um die Konkurrenzfähigkeit des Aufsteigers zu testen. Der Ansatz war klar: Es sollte maximal unangenehm für die favorisierten Gastgeber sein, um am Ende vielleicht für eine Überraschung zu sorgen.

Das Spiel begann sichtlich nervös, beide Teams brauchten etwas Anlaufzeit, sodass nach zwölf Minuten ein 6:6 auf der Anzeigetafel stand. Doch dann gelang es den Raunauer Jungs, deutlich früher den Zugriff auf die Partie zu finden. Die extrem starke Abwehr stellte den TSV Friedberg vor große Herausforderungen und ließ kaum leichte Chancen zu. Die gegnerischen Fehler wurden konsequent bestraft, weshalb Niederraunau zur 21. Minute sensationell mit 15:9 in Führung war.

In der Folge passte sich das Gastgeberteam taktisch an und wechselte im Ballbesitz den Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Angreifers aus, um im 7-gegen-6-Spiel Lösungen zu finden. In dieser Phase zog sich zudem Rückraumshooter Moritz Kornegger (11 Tore, 4/4 7m) eine Oberschenkelverletzung zu, sodass er im zweiten Durchgang nur noch dosiert im Angriff eingesetzt werden konnte. Vor allem im Aufbauspiel schlichen sich in der Folge technische Fehler und Ballverluste ein, was die routinierten Friedberger eiskalt ausnutzten.

In den letzten neun Minuten vor der Halbzeit gelang den Gästen nur noch ein einziger Treffer und Friedberg glich durch schnelles Umschaltspiel zum 16:16-Pausenstand aus.

Ein Zwischenstand, mit dem man vor dem Anpfiff sicher zufrieden gewesen wäre, der nach dem Spielverlauf jedoch zunächst schmerzte. Dennoch zeigte sich: Hier ist absolut etwas drin. Die Trainer Ferit Celik und Adrian Thalhofer fanden in der Kabine die richtigen Worte, um die Fehlerquote zu minimieren. Entsprechend furios startete der zweite Durchgang, in dem sich beide Teams beim 19:19 (33. Minute) und 25:25 (45. Minute) einen offenen Schlagabtausch lieferten.

Dann gelang es den Hausherren jedoch, sich auf vier Tore abzusetzen (34:30, 56. Minute). Doch die Raunauer warfen noch einmal alles nach vorne. In einer packenden Crunchtime erzwangen sie Ballgewinne, parierten jeden Torwurf und schlossen im Angriff konsequent ab. Die Gäste holten Tor um Tor auf, sodass Friedbergs Trainer Florian Pfänder bei einem Spielstand von 34:34 und noch 17 zu spielenden Sekunden die Auszeit nehmen musste.

Das Krimi-Duell hätte eine Punkteteilung verdient gehabt, doch im letzten Angriff gelang den Friedbergern noch der entscheidende Treffer zum 35:34-Endstand.

Trotz der Enttäuschung nach der Schlusssirene sahen die zahlreich mitgereisten Zuschauer, dass sich der Aufsteiger in dieser Liga vor niemandem verstecken muss. Trainer Ferit Celik lobte nach dem Abpfiff die geschlossene Mannschaftsleistung und blickte optimistisch nach vorn: Mit dieser Einstellung werde das Team in der Saison noch viele Punkte sammeln. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht, denn schon am Samstag, den 26.09.2026 um 19:30 Uhr, empfängt der TSV Niederraunau den Regionalliga-Absteiger aus Ismaning zum ersten Heimspiel.

 

(von Chris Nissen)